Die vier Versicherungsmodelle im Detail
Standardmodell (freie Arztwahl)
Im Standardmodell haben Sie volle Freiheit bei der Wahl des Arztes, des Spezialisten und des Spitals. Dafür zahlen Sie die höchste Prämie. Dieses Modell eignet sich für Versicherte, die regelmässig verschiedene Ärzte konsultieren oder keinen festen Hausarzt haben.
Hausarztmodell
Sie wählen einen festen Hausarzt als erste Anlaufstelle. Überweisungen zu Spezialisten laufen über ihn. Der Rabatt beträgt typischerweise 8–15 % gegenüber dem Standardmodell. Für die meisten Menschen ein guter Kompromiss zwischen Flexibilität und Ersparnis.
Telmed-Modell (telefonische Erstberatung)
Bevor Sie einen Arzt aufsuchen, rufen Sie eine medizinische Hotline an. Dort beurteilt geschultes Fachpersonal Ihre Symptome und leitet Sie bei Bedarf an den richtigen Spezialisten weiter. Die Rabatte liegen bei 12–20 %. Im Notfall können Sie die Hotline überspringen – das Modell ist also weniger einschränkend, als viele denken.
HMO-Modell (Gruppenpraxis)
Sie sind an eine bestimmte Gruppenpraxis gebunden, in der Hausärzte und Spezialisten unter einem Dach arbeiten. Das HMO-Modell bietet die höchsten Rabatte (15–25 %), ist aber nicht überall verfügbar – vor allem in ländlichen Regionen fehlt die nötige Infrastruktur. In Städten wie Zürich, Bern und Basel ist die Auswahl deutlich grösser.
Tipp: Modell clever kombinieren
Wählen Sie das HMO- oder Telmed-Modell zusammen mit der höchsten Franchise von CHF 2'500. So kombinieren Sie den Modellrabatt mit der Franchisereduktion und erzielen die maximal mögliche Ersparnis. Für eine gesunde Person unter 40 kann das schnell CHF 3'000+ pro Jahr ausmachen.
Prämienunterschiede nach Franchisestufe
Die Franchise bestimmt, wie viel Sie im Krankheitsfall selbst bezahlen, bevor die Kasse einspringt. In der Schweiz gibt es sechs Franchisestufen: CHF 300, 500, 1'000, 1'500, 2'000 und 2'500.
Je höher die Franchise, desto tiefer die monatliche Prämie. Die Differenz zwischen CHF 300 und CHF 2'500 beträgt im Schnitt rund CHF 120–170 pro Monat. Auf ein Jahr gerechnet sind das CHF 1'440 bis CHF 2'040. Lesen Sie unseren ausführlichen Franchise-Ratgeber, um die optimale Stufe für Ihre Situation zu berechnen.
Worauf Sie beim Vergleich achten sollten
Prämienregion beachten
Die Schweiz hat über 40 Prämienregionen. Innerhalb eines Kantons können die Prämien je nach Gemeinde stark variieren. Im Kantonsvergleich zeigen wir die regionalen Unterschiede auf.
Unfalldeckung ein- oder ausschliessen
Wer mindestens 8 Stunden pro Woche beim selben Arbeitgeber arbeitet, ist über den Arbeitgeber unfallversichert. In diesem Fall lohnt es sich, die Unfalldeckung aus der Krankenkasse auszuschliessen – das spart nochmals 5–8 % der Prämie.
Prämienverbilligung prüfen
Personen mit bescheidenem Einkommen haben Anspruch auf individuelle Prämienverbilligung (IPV). Die Kantone setzen unterschiedliche Einkommensgrenzen. Prüfen Sie bei Ihrer Wohngemeinde, ob Sie Anspruch haben – unabhängig vom gewählten Versicherer.
Gesamtkosten statt nur Prämie
Die billigste Prämie ist nicht immer die günstigste Gesamtlösung. Berücksichtigen Sie auch die Franchise, den Selbstbehalt (10 % der Kosten über der Franchise, max. CHF 700/Jahr) und allfällige Zusatzversicherungen. Wer selten zum Arzt geht, fährt mit hoher Franchise am besten. Wer chronisch krank ist, spart unter Umständen mit tiefer Franchise.
«Die richtige Kombination aus Krankenkasse, Modell und Franchise spart einer vierköpfigen Familie leicht CHF 5'000 bis CHF 8'000 pro Jahr – bei identischen Leistungen.»
Schritt-für-Schritt: So vergleichen Sie richtig
- PLZ eingeben – bestimmt Ihre Prämienregion
- Geburtsdatum angeben – Kinder, junge Erwachsene und Erwachsene zahlen unterschiedlich
- Modell wählen – Standard, Hausarzt, Telmed oder HMO
- Franchise festlegen – CHF 300 bis CHF 2'500
- Unfall ein-/ausschliessen – Angestellte können ausschliessen
- Prämien vergleichen und günstigste Kasse auswählen
- Kündigung verschicken – eingeschrieben bis 30. November
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